Lasst euch vom GameStop-Desaster nicht entmutigen und investiert am Aktienmarkt!

Egal, ob ihr euch für die Börse interessiert oder nicht, von den Vorgängen rund um die Aktie des Spielehändlers GameStop habt ihr sicher alle gehört. Was da passiert ist, war ja auch äußerst spektakulär und hat sogar erfahrene Börsenprofis völlig überrumpelt. Vielleicht hat es einigen von euch in den Fingern gejuckt, es auch mal mit Aktien zu probieren – oder ihr seid sogar tatsächlich bei GameStop oder einer anderen hochgejubelten Aktie eingestiegen. Solltet ihr dabei einen Gewinn erzielt haben: mein aufrichtiger Glückwunsch!

Die meisten, die bei dem Hype mitgemacht haben, dürften sich mit GameStop & Co. allerdings die Finger verbrannt haben. Zwar sind die Kurse dieser Aktien innerhalb weniger Tage in aberwitzige Höhen gestiegen, doch anschließend sind sie ebenso rasant wieder abgestürzt. 

Image by Gerd Altmann from Pixabay

An dieser Stelle nochmal zur Erinnerung, was eigentlich genau geschehen ist: Hedgefonds (das sind Investmentfonds für professionelle Anleger) waren auf die Aktien des schwächelnden US-Spielehändlers GameStop aufmerksam geworden, weil sie aus ihrer Sicht viel zu hoch bewertet, also zu teuer waren. Daraus wollten sie einen Profit schlagen. Also beschlossen sie, auf fallende Kurse zu setzen und die Aktie leer zu verkaufen. Bei Leerverläufen werden Aktien verkauft, die man gar nicht besitzt. Zu diesem Zweck leihen sich die Leerverkäufer die Aktien (zum Beispiel von Fondsgesellschaften) gegen eine geringe Gebühr. Wenn die Rechnung aufgeht, kaufen die Leerverkäufer die Aktien später zu einem günstigeren Kurs zurück und händigen sie wieder an ihre Eigentümer aus. Die Differenz zwischen dem höheren Verkaufspreis und dem späteren niedrigeren Kaufpreis ist ihr Gewinn.

Hedgefonds wurden auf dem falschen Fuß erwischt

Doch in diesem Fall passierte etwas, womit die Hedgefonds nicht rechnen konnten: Zahlreiche Kleinanleger fanden sich über das Reddit-Forum WallStreetBets zusammen und beschlossen, die GameStop-Aktie zu kaufen und damit gegen die Hedgefonds zu spekulieren. Mit ihrer konzertierten Aktion lösten die Kleinanleger innerhalb von wenigen Tagen einen sensationellen Höhenflug der GameStop-Aktie aus. 

Das wiederum brachte die Hedgefonds in die Bredouille. Denn da der Kurs der Aktie nicht wie von ihnen erwartet fiel, sondern stark anstieg, mussten sie gegensteuern. Die leerverkauften Aktien mussten sie ja an die Eigentümer zurückgeben. Also kauften die Hedgefonds notgedrungen GameStop-Aktien und befeuerten so den Kursanstieg weiter. Das gleiche Spiel wiederholte sich später übrigens mit einigen anderen Aktien, auch mit denen von deutschen Firmen wie Evotec oder Varta.

Ein Medienspektakel

Einige Medien fanden Gefallen an dem ungewöhnlichen Spektakel. Sie sprachen von einer Revolution der Kleinanleger und von einem Kampf David gegen Goliath. Doch bald kam es, wie es kommen musste: Der Kurs der GameStop-Aktie stürzte fast so schnell wieder ab, wie er zuvor gestiegen war. Zurück blieben zahlreiche frustrierte Kleinanleger, welche die Aktie teuer gekauft hatten und nicht rechtzeitig wieder losgeworden waren.

Image by Gerd Altmann from Pixabay

Bleibt zu hoffen, dass ihr euch von diesen Vorgängen nicht entmutigen lasst, in Aktien zu investieren. Denn grundsätzlich gibt es gerade für junge Leute keine bessere Anlageklasse als Aktien im Hinblick auf die Altersvorsorge – zumal ihr für das gute alte Sparbuch, aber auch für Festgeld, Tagesgeld und Anleihen heute praktisch keine Zinsen mehr bekommt. 

Einstieg lohnt sich schon ab wenigen hundert Euro

Glücklicherweise gibt es heute Anbieter, über die der Einstieg am Aktienmarkt kinderleicht und schon ab einigen hundert Euro möglich ist. Über Plattformen wie Trade Republic, Scalable oder Degiro könnt ihr Aktien extrem günstig handeln. Lasst euch aber durch diese günstigen Preise nicht dazu verleiten, mit Aktien zu zocken. Das endet früher oder später im Desaster (siehe GameStop). Sucht euch stattdessen einige interessante Aktien aus, deren Geschäftsmodell euch überzeugt, kauft sie und lasst sie idealerweise jahrelang liegen. Das kann sehr viel Spaß machen und ist zudem auf Dauer äußerst lukrativ.

Falls ihr euch aber von der Aktienauswahl überfordert fühlt – was ich durchaus nachvollziehen kann, könnt ihr auch ETFs kaufen. Das sind günstige Fonds, die den Aktienmarkt abbilden. Diese könnt ihr ebenfalls günstig über die oben genannten Plattformen erwerben. In Kürze werde ich in einem weiteren Beitrag nochmals genauer auf Aktien und ETFs eingehen. Dann erkläre ich euch auch, was ein Fondssparplan ist und warum ihr damit eigentlich nichts falsch machen könnt. Versprochen! Der Sparwolff lässt euch doch nicht hängen!

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