Wie ihr mit nur minimalem Aufwand erfolgreich an der Börse investiert

In meinen letzten Post habe ich euch anhand der Kurskapriolen der GameStop-Aktie den Unterschied zwischen spekulieren und investieren deutlich gemacht: Wer sich von dem Hype um GameStop verführen ließ und die Aktie in der Hoffnung auf schnelle Gewinne gekauft hat, der hat sich definitiv fürs Spekulieren entschieden – und vermutlich ordentlich Lehrgeld bezahlt.

Dabei ist es im Grunde so einfach, erfolgreich an der Börse zu sein: durch kluges investieren. Die beiden wichtigsten Regeln dabei lauten: nicht alles auf eine Karte setzen und viel Geduld haben. Expertise müsst ihr hingegen keine mitbringen. Wenn ihr euch selbst nicht mit der Auswahl der Aktien beschäftigen wollt, weil es euch nicht interessiert oder ihr keine Zeit habt – kein Problem. Ihr könnt trotzdem mühelos in ganze Regionen oder sogar in der ganzen Welt investieren. Und das mit nur wenigen oder sogar nur mit einem einzigen Wertpapier.

Das Zauberwort lautet ETF. Der Begriff steht für Exchange Traded Funds, also börsengehandelte Fonds. Bei ETFs gibt es keine hochbezahlten Fondsmanager, die aussichtsreiche Aktien auswählen. ETFs investieren einfach in den gesamten Markt. Ein einleuchtendes Beispiel ist ein ETF auf den Deutschen Aktienindex (DAX). Für diejenigen, die es noch nicht wissen: Der DAX ist sozusagen die erste deutsche Börsenliga und umfasst die 30 (bald 40) wichtigsten deutschen Aktien. 

Statt einzelne Aktien aus dem DAX herauszupicken, verteilt der ETF das Kapital der Anleger einfach gleichmäßig auf alle 30 DAX-Werte. Mit einem DAX-ETF könnt ihr den DAX also nicht schlagen, ihr könnt aber auch kaum schlechter abschneiden als der DAX. Ihr bekommt immer in etwa den Durchschnitt. 

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Wahrscheinlich fragt ihr euch jetzt, warum ich euch rate, euch mit einem durchschnittlichen Ergebnis an der Börse zu begnügen. Antwort: Weil es die sicherere und bequemere Variante für euch ist. Wollt ihr mehr, müsst ihr entweder selbst Aktien kaufen oder euch für gemanagte Fonds (auch aktive Fonds genannt) entscheiden. Das Problem: Die große Mehrzahl dieser Fonds schneidet schlechter als der Index ab, an dem sie sich orientieren. Sie sind also nicht einmal Durchschnitt. 

Das liegt im Wesentlichen an den hohen Gebühren, die ihr für diese Fonds zahlt: In der Regel behalten aktive Fonds Jahr für Jahr 1,5 bis 2 Prozent eurer Investitionssumme ein. Diese Gebühren ziehen sie laufend vom Fondsvermögen ab, ohne dass ihr es unmittelbar merkt. Doch auf Dauer belasten sie die Performance erheblich. Mit anderen Worten: Sie drücken eure Renditen. Darüber hinaus fällt bei aktiven Aktienfonds in der Regel ein Ausgabeaufschlag von bis zu 5 Prozent der Anlagesumme an. Den müsst ihr erst mal wieder hereinholen, ehe ihr den ersten Euro Gewinn erzielt. 

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Bei ETFs sind die Gebühren deutlich geringer. In der Regel liegen sie zwischen 0,1 und 0,5 Prozent pro Jahr. Denn sie benötigen keine teuren Fondsmanager. Und das wiederum wirkt sich langfristig positiv auf die Rendite aus. Auch Ausgabeaufschläge gibt es bei ETFs keine, denn die erwerbt ihr direkt über die Börse. Dabei fällt zwar Transaktionsgebühr an. Die ist aber in aller Regel deutlich geringer als der Ausgabeaufschlag, der bei aktiven Fonds fällig wird. Bei günstigen Brokern sind die Transaktionsgebühren besonders niedrig oder entfallen sogar ganz (siehe meinen vorherigen Post „Lasst euch vom GameStop-Desaster nicht entmutigen“).

ETFs gibt es übrigens nicht nur auf den DAX, sondern auch auf alle möglichen anderen Branchen- Länder- oder Regionenindizes oder sogar auf den Weltaktienindex MSCI World. Mit einem solchen ETF bildet ihr also den gesamten Weltaktienmarkt, bestehend aus gut 1.600 der größten und bedeutendsten börsennotierten Unternehmen rund um den Globus ab. Dazu gehören zum Beispiel Technologiegiganten wie Microsoft, Apple, Amazon, Facebook, Tesla oder SAP, aber auch seit Jahrzehnten erfolgreiche Traditionskonzerne wie JP Morgan Chase, Nestlé, Adidas, Johnson & Johnson, Exxon oder Siemens. All diese Top-Unternehmen und noch viele weitere könnt ihr also im Prinzip mit nur einem einzigen Wertpapier abdecken. 

In den vergangenen Jahrzehnten hättet ihr pro Jahr im Schnitt rund 7 bis 8 Prozent Rendite mit einem solchen simplen Investment in den Weltaktienmarkt erzielt. Nicht schlecht, oder? Allerdings müsst ihr euch darüber im Klaren sein, dass es an der Börse auch mal gewaltig krachen kann – so wie zum Beispiel nach dem Ausbruch der Corona-Krise im Februar/März 2020. Je länger aber die Anlagedauer desto weniger spielen solche Rückschläge für euch eine Rolle. Denn auf lange Sicht streben die Aktienmärkte nach oben. So ist es jedenfalls in der Vergangenheit immer gewesen.

Jetzt wollt ihr sicher wissen, welchen ETF auf den MSCI World ich empfehle. Nun, da bin ich ganz ehrlich: Bei der Auswahl des oder der konkreten Fonds würde ich den Kollegen des Verbraucherportals Finanztip vertrauen. Die beschäftigen sich schon seit vielen Jahren damit und vergleichen die Vor- und Nachteile der verschiedenen Produkte. Hier ein Link zu der entsprechenden Finanztip-Seite: https://www.finanztip.de/indexfonds-etf/msci-world-etf-vergleich/

Die Unterschiede der einzelnen Fonds sind aber sowieso nur minimal. Entscheidend ist, dass ihr überhaupt investiert; je früher, desto besser.

Viele von euch werden jetzt zu Recht einwenden: „Leider habe ich gar kein Geld, das ich anlegen könnte.“ Dem halte ich entgegen: Um in ETFs zu investieren, braucht ihr kein Startkapital. Ihr müsst lediglich 25 Euro von eurem monatlichen Budget dafür abzwacken. Das ist weniger als 1 Euro am Tag! Das kriegt ihr doch wohl hin. Denn ab 25 Euro monatlich könnt ihr bei vielen Banken und Brokern einen ETF-Fondsparplan abschließen. Wie ein solcher Sparplan funktioniert und warum er sich für absolut jeden von euch lohnt, erkläre ich euch in meinem nächsten Beitrag!

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