Wie ihr den Einstieg an der Börse unfallfrei hinbekommt

Für die zahlreichen Reaktionen und Kommentare auf meinen letzten Artikel möchte ich euch herzlich danken. Daraus schließe ich: Das Thema Börse interessiert viele von euch. Ich werde deshalb künftig noch mehr und intensiver darüber schreiben. Denjenigen, die sich bis jetzt für Aktien und Börse noch nicht so begeistern können, sei gesagt: Ihr werdet sehen, das kommt noch. Lest einfach, was ich dazu schreibe. Ich bemühe mich, alles so zu erklären, dass es jeder versteht. So einfach wie bei mir bekommt ihr die Börse sonst nirgendwo erklärt – behaupte ich jetzt mal.

Zunächst mal zur Auflösung meiner Fragestellung vom letzten Mal. (Für diejenigen, die den oben Artikel verpasst haben nochmal der Link: https://sparwolff.com/2021/05/01/es-gibt-nichts-besseres-als-aktien-aber/)

Die Mehrheit von euch hat sicherlich Recht: Auch ich bin der Ansicht, dass die Bank ganz offensichtlich eine Mitschuld trägt. Da die betroffene Kundin ein Konto auf Guthabenbasis hatte, hätte die Comdirect eine entsprechende Sicherungen einbauen müssen, um zu verhindern, dass das Konto durch eine Wertpapierorder überzogen wird. Technisch sollte das für die Bank kein Problem sein: Wenn ein Kunde mit einem Konto auf Guthabenbasis eine unlimitierte Kauforder erteilt (ihr erinnert euch: Eine solche „Billigst“-Order bedeutet, dass es auf jeden Fall zu einer Ausführung kommen soll – egal zu welchem Preis), dann muss die Bank dafür sorgen, dass das Guthaben des Kunden durch die Anzahl der georderten Aktien geteilt wird.

Wer also bei beispielsweise bei einem Konto auf Guthabenbasis über ein Guthaben von 10.000 Euro verfügt und 1.000 Aktien der Firma XY unlimitiert ordert, bekommt dann automatisch ein Limit von 10 Euro pro Aktie von der Bank gesetzt. Das bedeutet: Die Order wird nur ausgeführt, wenn der Kurs der Aktie nicht mehr als 10 Euro beträgt. Auf diese Weise kann die Bank auch bei einer vom Kunden unlimitierten Kauforder wirkungsvoll sicherstellen, dass das Konto des Kunden nicht überzogen wird.

Photo by Anna Nekrashevich on Pexels.com

Trotzdem müssen wir festhalten: Die Kundin hat mehrere katastrophale Anfängerfehler begangen. Ich wiederhole diese hier nochmal kurz.

  1. Die Kundin hat, wie schon erwähnt, eine unlimitierte Kauforder erteilt. Das solltet ihr niemals tun – egal bei welcher Aktien. Wenn ihr einer Order limitiert, dann stellt ihr sicher, dass ihr nicht mehr als den von euch gewünschten Höchstpreis bezahlt. Beim Verkauf wiederum stellt ihr durch ein Limit sicher, dass ihr den von euch gewünschten Mindestpreis bekommt. Andernfalls wird die Order nicht ausgeführt. Aber Vorsicht: Das Limit müsst ihr im Regelfall aktiv eingeben. Wenn ihr das vergesst, wird die Order automatisch als Billigst-Order behandelt.

2. Die Kundin hat ihr gesamtes Guthaben (und faktisch sogar deutlich mehr) in diesen einen kleinen Nebenwert investiert. Damit hat sie eine der wichtigsten Anlegerregeln missachtet. Sie lautet: „nicht alle Eier in einen Korb legen“ – sprich, das Geld breit über verschiedene Aktien aus unterschiedlichen Branchen und Regionen streuen. Wenn ihr also an der Börse einsteigt, dann tut das erst einmal mit einem kleinen Betrag, um es auszuprobieren. Und investiert nicht alles in eine Aktie, sondern verteilt das Geld auf drei oder vier verschiedene Werte. Bei einigen Brokern wie Trade Republic, Scalable Capital oder Smartbroker könnt ihr Aktien kostenlos oder zu einem sehr geringen Preis ordern.

3. Die Kundin hat sich offensichtlich vorab gar nicht richtig über die Aktie von Greenwich Lifesciences informiert, sondern ist blind den Empfehlungen eines möglicherweise unseriösen Börsenforums gefolgt. Das hat sich fatal ausgewirkt. Informiert euch also ausführlich über die Aktien, die euch interessieren, bevor ihr einsteigt. Tauscht euch gern in Anlegerforen wie wallstreetonline.de oder onvista.de darüber mit anderen. Bildet euch am Ende aber auf jeden Fall eure eine eigene Meinung. Nehmt euch für eure Entscheidung Zeit. Das wird sich in aller Regel für euch auszahlen. Ihr werdet sehen: Es macht Spaß sich damit zu beschäftigen.

Beim nächsten Mal werde ich auf weitere typische Anlegerfallen eingehen, in die nicht nur Anfänger an der Börse gern hineintappen. Macht euch bis dahin doch schon mal schlau und eröffnet schon mal ein Depot bei einem der von mir genannten Billigbroker. Bei Fragen könnt ihr euch gern über die Kommentarfunktion oder per E-Mail (sparwolff@yahoo.com) an mich wenden.

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