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Wie ihr euch am besten mit Bargeld im Ausland versorgt

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Auf Auslandsreisen stellt sich immer die Frage, wie man sich am besten und am günstigsten mit Bargeld versorgt. Geld bar wechseln ist meist keine gute Wahl. Denn da ist der Umtauschkurs meist ungünstig. Einen besseren Kurs bekommt man meist, wenn man sich mit einer EC-Karte oder einer Kreditkarte am nächstbesten Geldautomaten zu versorgen. Und praktisch ist es obendrein. Doch Vorsicht: Das kann richtig teuer werden. Im Normalfall wird dann gleich dreifach bei euch abkassiert. Eure eigene Bank nimmt nämlich nicht nur eine Gebühr für die Abhebung an einem fremden Automaten, sondern zusätzlich auch eine Gebühr für den Auslandseinsatz der Karte. Und natürlich möchte auch die Bank vor Ort, die den Geldautomaten betreibt, etwas an euch verdienen und zieht ebenfalls eine Gebühr ab.

Zumindest die Gebühren eurer eigenen Bank könnt ihr euch leicht sparen. Denn zahlreiche Geldinstitute bieten Kreditkarten an, mit denen ihr kostenlos Geld im Ausland abheben könnt. Kostenlos heißt bei den meisten Instituten allerdings, dass ihr zwar keine Gebühren mehr an eure Bank abdrücken müsst, die Gebühr für die Auslandsbank müsst ihr aber trotzdem zahlen. Das hat auch eine gewisse Logik. Denn diese Gebühr stellt die Auslandsbank eurer Bank in Rechnung. Diese holt sich das Geld deshalb nur von euch wieder.

Sogar die Gebühren der ausländischen Bank werden erstattet
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Es gibt jedoch auch Banken, die euch bei dem Einsatz von bestimmten Kreditkarten sogar die Gebühr des ausländischen Automatenbetreibers erstatten. Die Banken nehmen euch diese Kosten also ab und tragen sie selbst. Warum tun sie das? Ich kann nur vermuten, dass sie das unter dem Posten Marketing-Kosten verbuchen – dass sie euch damit als Kunden gewinnen oder bei der Stange halten wollen. Euch soll es nicht stören. Einziger Haken. Diese Art von Kreditkarten gibt es meist nicht umsonst.

Die Commerzbank zum Beispiel bietet solche Kreditkarten im Rahmen ihres Kontomodells „Premium“ an. Besonders praktisch: Kunden erhalten im Rahmen dieses Kontomodells eine Visa-Karte und eine Mastercard. Für beide Karten sind je 25 Bargeldabhebungen pro Jahr im Ausland kostenlos. Insgesamt kannst du also jedes Jahr 50 Mal kostenlos im Ausland abheben. Und hier meine ich: völlig kostenlos. Auch die Gebühr der ausländischen Bank wird erstattet. Der Preis für dieses Kontomodell: 12,90 Euro pro Monat.

Das scheint auf den ersten Blick teuer. Doch wenn ihr euch häufig im Ausland aufhaltet, lohnt sich das allemal. Ihr müsst euch nämlich vergegenwärtigen, dass euch schon eine einzige Abhebung im Ausland in der Regel noch mehr kostet: Für eine Abhebung in Höhe von umgerechnet 200 Euro fallen etwa 6 Euro Gebühren eurer eigenen Bank an. Hinzu kommen noch 1,75 Prozent für den Auslandseinsatz, das sind nochmal 3,50 Euro. Die Fremdbank nimmt dann gerne nochmal umgerechnet um die 5 Euro Gebühren. Summa summarum: Für eine 200-Euro-Abhebung im Ausland fallen locker 14,50 Euro an. Und das ist kein extremes Beispiel, sondern ein Durchschnittswert! Hebt ihr mehr ab, wird es noch teurer. Schon mit einer einzigen Abhebung im Ausland habt ihr also mehr als die monatlichen Kontogebühren wieder reingeholt. 

Manche Geldautomaten im Ausland bieten übrigens einen festen Umtauschkurs an. Wählt diese Option auf keinen Fall. Denn damit fahrt ihr mit großer Wahrscheinlichkeit schlechter als wenn einfach nach dem Tageskurs abgerechnet wird

Die Karte nicht im Laden einsetzen

Es empfiehlt sich auch, alles im Ausland benötigte Geld am Automaten abzuheben und nicht im Geschäft oder dem Restaurant mit der Karte zu bezahlen. Denn im Geschäft würden die 1,75 Prozent Gebühr für den Auslandseinsatz sehr wohl anfallen. Das musste ich nachträglich auf meinem Kontoauszug feststellen, als ich das mal ausprobiert habe. Logisch ist etwas anderes… 

Übrigens sind mit den Kreditkarten noch weitere Vorteile verbunden. Zum Beispiel sind einige sinnvolle Versicherungen enthalten: zum Beispiel eine Reise-Rücktrittsversicherung. Dann bekommt ihr euer Geld erstattet, wenn ihr eine gebuchte Urlaubsreise kurzfristig aus Krankheitsgründen absagen müsst. Oder, noch wichtiger: Eine Auslandskrankenversicherung mit Rücktransport nach Deutschland per Flugzeug für den Notfall. So ein Transport kann schon mal locker 30.000 Euro kosten, wenn man ihn selbst zahlen muss. Ich wünsche natürlich keinem, dass er das mal in Anspruch nehmen muss. Aber eine Menge gespart hätte er dann schon.

Wie ihr den Einstieg an der Börse unfallfrei hinbekommt

Für die zahlreichen Reaktionen und Kommentare auf meinen letzten Artikel möchte ich euch herzlich danken. Daraus schließe ich: Das Thema Börse interessiert viele von euch. Ich werde deshalb künftig noch mehr und intensiver darüber schreiben. Denjenigen, die sich bis jetzt für Aktien und Börse noch nicht so begeistern können, sei gesagt: Ihr werdet sehen, das kommt noch. Lest einfach, was ich dazu schreibe. Ich bemühe mich, alles so zu erklären, dass es jeder versteht. So einfach wie bei mir bekommt ihr die Börse sonst nirgendwo erklärt – behaupte ich jetzt mal.

Zunächst mal zur Auflösung meiner Fragestellung vom letzten Mal. (Für diejenigen, die den oben Artikel verpasst haben nochmal der Link: https://sparwolff.com/2021/05/01/es-gibt-nichts-besseres-als-aktien-aber/)

Die Mehrheit von euch hat sicherlich Recht: Auch ich bin der Ansicht, dass die Bank ganz offensichtlich eine Mitschuld trägt. Da die betroffene Kundin ein Konto auf Guthabenbasis hatte, hätte die Comdirect eine entsprechende Sicherungen einbauen müssen, um zu verhindern, dass das Konto durch eine Wertpapierorder überzogen wird. Technisch sollte das für die Bank kein Problem sein: Wenn ein Kunde mit einem Konto auf Guthabenbasis eine unlimitierte Kauforder erteilt (ihr erinnert euch: Eine solche „Billigst“-Order bedeutet, dass es auf jeden Fall zu einer Ausführung kommen soll – egal zu welchem Preis), dann muss die Bank dafür sorgen, dass das Guthaben des Kunden durch die Anzahl der georderten Aktien geteilt wird.

Wer also bei beispielsweise bei einem Konto auf Guthabenbasis über ein Guthaben von 10.000 Euro verfügt und 1.000 Aktien der Firma XY unlimitiert ordert, bekommt dann automatisch ein Limit von 10 Euro pro Aktie von der Bank gesetzt. Das bedeutet: Die Order wird nur ausgeführt, wenn der Kurs der Aktie nicht mehr als 10 Euro beträgt. Auf diese Weise kann die Bank auch bei einer vom Kunden unlimitierten Kauforder wirkungsvoll sicherstellen, dass das Konto des Kunden nicht überzogen wird.

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Trotzdem müssen wir festhalten: Die Kundin hat mehrere katastrophale Anfängerfehler begangen. Ich wiederhole diese hier nochmal kurz.

  1. Die Kundin hat, wie schon erwähnt, eine unlimitierte Kauforder erteilt. Das solltet ihr niemals tun – egal bei welcher Aktien. Wenn ihr einer Order limitiert, dann stellt ihr sicher, dass ihr nicht mehr als den von euch gewünschten Höchstpreis bezahlt. Beim Verkauf wiederum stellt ihr durch ein Limit sicher, dass ihr den von euch gewünschten Mindestpreis bekommt. Andernfalls wird die Order nicht ausgeführt. Aber Vorsicht: Das Limit müsst ihr im Regelfall aktiv eingeben. Wenn ihr das vergesst, wird die Order automatisch als Billigst-Order behandelt.

2. Die Kundin hat ihr gesamtes Guthaben (und faktisch sogar deutlich mehr) in diesen einen kleinen Nebenwert investiert. Damit hat sie eine der wichtigsten Anlegerregeln missachtet. Sie lautet: „nicht alle Eier in einen Korb legen“ – sprich, das Geld breit über verschiedene Aktien aus unterschiedlichen Branchen und Regionen streuen. Wenn ihr also an der Börse einsteigt, dann tut das erst einmal mit einem kleinen Betrag, um es auszuprobieren. Und investiert nicht alles in eine Aktie, sondern verteilt das Geld auf drei oder vier verschiedene Werte. Bei einigen Brokern wie Trade Republic, Scalable Capital oder Smartbroker könnt ihr Aktien kostenlos oder zu einem sehr geringen Preis ordern.

3. Die Kundin hat sich offensichtlich vorab gar nicht richtig über die Aktie von Greenwich Lifesciences informiert, sondern ist blind den Empfehlungen eines möglicherweise unseriösen Börsenforums gefolgt. Das hat sich fatal ausgewirkt. Informiert euch also ausführlich über die Aktien, die euch interessieren, bevor ihr einsteigt. Tauscht euch gern in Anlegerforen wie wallstreetonline.de oder onvista.de darüber mit anderen. Bildet euch am Ende aber auf jeden Fall eure eine eigene Meinung. Nehmt euch für eure Entscheidung Zeit. Das wird sich in aller Regel für euch auszahlen. Ihr werdet sehen: Es macht Spaß sich damit zu beschäftigen.

Beim nächsten Mal werde ich auf weitere typische Anlegerfallen eingehen, in die nicht nur Anfänger an der Börse gern hineintappen. Macht euch bis dahin doch schon mal schlau und eröffnet schon mal ein Depot bei einem der von mir genannten Billigbroker. Bei Fragen könnt ihr euch gern über die Kommentarfunktion oder per E-Mail (sparwolff@yahoo.com) an mich wenden.

Es gibt nichts Besseres als Aktien, aber…

Aus Sicht von Anhängern der Sparwolff-Philosophie hat die Corona-Pandemie auch eine positive Seite: Da Clubs, Kneipen, Cafés, Restaurants, Kinos, Theater und Fitnessstudios geschlossen und Fernreisen praktisch nicht möglich sind, bleibt am Ende des Monats deutlich mehr als sonst auf dem Konto übrig. Hinzu kommt noch die Ersparnis, wenn ihr einige meiner Spartipps und Schnäppchen-Ideen umgesetzt habt.

Dadurch ergibt sich für euch ein kleines Luxusproblem: Wohin mit dem gesparten Geld? Es einfach auf dem Girokonto herumliegen zu lassen, ist keine gute Idee. Denn hierfür bekommt ihr keine Zinsen. Durch die Inflation verliert es im Lauf der Zeit sogar an Wert. Im schlimmsten Fall müsst ihr neuerdings sogar Negativzinsen auf euer Guthaben zahlen. Einige Banken haben solche Strafzinsen inzwischen auch schon für Guthaben deutlich unter 100.000 Euro eingeführt. Strafzinsen sind also nicht mehr nur ein Thema, das die Reichen betrifft.

Auf dem Sparbuch oder auf Festgeld- oder Tagesgeldkonten ist euer Erspartes auch nicht gut aufgehoben. Zinsen erhaltet ihr mit diesen Sparformen, wenn überhaupt, ebenfalls nur ganz geringe.

Wollt ihr euer Geld vermehren, gibt es für euch eigentlich keine Alternative zu Aktien. Ihr meint, das sei nur etwas für Leute, die sich damit auskennen? Dazu sage ich euch klipp und klar: Diese Vermutung ist falsch. Um in Aktien zu investieren, braucht ihr keine Expertise. Für diejenigen unter euch, die sich für ahnungslos auf diesem Gebiet halten, gibt es ein wunderbares Instrument: Börsengehandelte Indexfonds (auch ETF genannt). Sie sind kostengünstig, transparent und unkompliziert. Der Einstieg lohnt sich schon, wenn ihr nur wenige Hundert Euro auf dem Konto liegen habt. Von aktiv gemanagten Fonds (auch aktive Fonds genannt) rate ich dagegen dringend ab. Die Gebühren, die dabei anfallen, sind in aller Regel unangemessen hoch und fressen einen Großteil der Rendite auf.

Stellt euch Fragen wie: Was fasziniert mich an diesem Unternehmen eigentlich? Hat es einen Wettbewerbsvorteil gegenüber seinen Konkurrenten?

Wer von euch etwas mehr Ehrgeiz bei der Geldanlage hat, der sollte sich nicht scheuen, direkt in Aktien zu investieren. Das kostet euch am Anfang zwar etwas Mühe. Ihr werdet aber schnell feststellen, wie interessant das sein kann und wieviel ihr dabei über Unternehmen und wirtschaftliche Zusammenhänge lernt. Sucht euch also ein paar Unternehmen aus, die euch interessieren – zum Beispiel, weil ihr deren Produkte selbst konsumiert oder weil ihr deren Geschäftsmodell faszinierend findet.

Stellt euch Fragen wie: Was gefällt mir an diesem Unternehmen eigentlich? Wird es ihm aller Voraussicht nach nicht nur heute, sondern auch in einigen Jahren noch gut gehen? Hat es einen Wettbewerbsvorteil gegenüber seinen Konkurrenten? Wie hoch ist der Verschuldungsgrad? Wie stark ist das Wachstum? Handelt es sich um eine Branche mit Zukunft? Welche Risiken bestehen?

Erst nachdem ihr diese Fragen für euch zufriedenstellend beantwortet habt, solltet ihr ernsthaft erwägen, Aktien der Unternehmen zu kaufen, mit denen ihr euch beschäftigt habt.

Aber Vorsicht: Wer ganz unbedarft an der Börse investiert, kann ganz schnell sein blaues Wunder erleben. Das möchte ich euch anhand eines realen Falls deutlich machen: Im vergangenen Dezember wollte eine Kundin der Comidirect-Bank 25.000 Euro Aktien der Firma Greenwich Lifesciences kaufen und hat damit in kürzester Zeit einen Verlust in Höhe von 360.000 Euro erlitten.

„Das ist doch gar nicht möglich“, werden jetzt diejenigen unter euch sagen, die schon ein bisschen was von Aktien verstehen. Prinzipiell habt ihr natürlich Recht: Bei Aktien kann der Verlust nicht höher als der Einsatz sein. Bei 100 Prozent Verlust ist Schluss. Für Anleger besteht selbst im Insolvenzfall keine Nachschusspflicht, wie sie bei einigen anderen Anlageinstrumenten existiert.

Im Fall der unglücklichen Anlegerin ist jedoch folgendes passiert: Sie hat ihrer Bank, der Comdirect, eine unlimitierte Kauforder über eine Aktie erteilt, die üblicherweise nur wenig gehandelt wird. Solche Aktien werden Nebenwerte genannt. Bei Nebenwerten kommt es manchmal zu gewaltigen Kurssprüngen innerhalb kürzester Zeit. Eine einzige größere Order kann dazu führen, dass der Kurs durch die Decke geht oder abstürzt. Die Anlegerin wollte also Aktien von Greenwich Lifesciences für den Gegenwert von 25.000 Euro kaufen. Das Computersystem der Comdirect Bank hat ihr angezeigt, dass sie für diesen Betrag eine bestimmte Anzahl Aktien bekommt. Der von der Bank dabei angezeigte Betrag wird indikativer Orderwert genannt.

Entscheidend ist, dass ihr euch an der Börse an einige Grundlegen haltet

Das Problem: Der indikative Orderwert hatte in diesem konkreten Fall nichts mit dem tatsächlichen Orderwert zu tun, der um ein Vielfaches höher lag. Denn der Kurs der Greenwich Lifescience Aktie schwankte in dieser Zeit so stark, dass die Computersysteme der Bank vermutlich mit der Anzeige eines aktuellen, realistischen indikativen Orderwerts überfordert waren.

Zum Verhängnis wurde der Anlegerin, dass sie ihre Order unlimitiert aufgab. Bei einer unlimitierten Kauforder lautet die Anweisung an die Bank: „billigst“. Die Aktien sollen also so billig wie möglich gekauft werden. Das klingt eigentlich gut. Faktisch bedeutet eine solche Order aber, dass die Aktien auf jeden Fall gekauft werden sollen – egal zu welchem Preis. Bei Aktien von großen Konzernen wie zum Beispiel DAX-Werten (solche Aktien werden auch Standardwerte genannt) ist das normalerweise kein Problem. Denn bei diesen Aktien sind die Umsätze sehr hoch. Sie werden alle paar Sekunden gehandelt. Eine Billigst-Order wird sofort ausgeführt – und zwar in aller Regel zu einem fairen und realistischen Preis. Denn bei Aktien von DAX-Konzernen gibt es immer zahlreiche Anleger, die kaufen und verkaufen wollen. Eine neue Billigst-Order wird dann dem Verkäufer zugeteilt, der zu diesem Zeitpunkt den höchsten Preis für die Aktie bietet.

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Bei kleinen Nebenwerten wie Greenwich Lifesciences ist das aber anders. Bei solchen Aktien sind die Umsätze oft sehr gering. Hier lauern einige gewiefte Investoren geradezu auf unbedarfte Kleinanleger: Zu diesem Zweck platzieren sie limitierte Verkaufsorders zu Preisen, die weit über den aktuellen Börsenkursen liegen. Kommt eine Billigst-Order herein, schnappt ihre Falle zu: Weil es keine anderen Verkaufsangebote gibt, wird die Order zu dem – eigentlich utopisch hohen – Preis dieser Verkäufer ausgeführt.

Umgekehrt läuft es bei unlimitierten Verkaufsorders. Hier lautet die Anweisung des Kunden an die Bank „bestens“. Die Aktien sollen also zum besten, d.h. zum höchst erzielbaren Preis veräußert werden. Auch das klingt eigentlich gut. Doch auch hier lauern bei kleinen Nebenwerten einige Investoren nur auf solche Order – diesmal stehen sie auf der Käuferseite: Sie stellen einen eigentlich utopisch niedrigen Kaufpreis und erhalten am Ende den Zuschlag, weil es ja kein anderes Kaufangebot für die Aktien gab, die der unbedarfte Kleinanleger „bestens“ feilgeboten hat.

Unsere Comdirect-Kundin ist offenbar gleich in beide Fallen getappt: Wie es genau abgelaufen ist, wissen wir nicht. Aber die Vermutung liegt nahe, dass sie die Aktien unlimitiert, also „billigst“ gekauft – und damit einen viel zu hohen Preis dafür bezahlt hat. Das hat in diesem Fall dazu geführt, dass sie 600.000 Euro investiert hat statt nur 25.000 Euro, wie sie eigentlich wollte. Als ihr das klar wurde, hat sie wahrscheinlich einen Riesenschreck bekommen und die Aktien sofort wieder verkauft – natürlich wieder unlimitiert, also „bestens“ – und damit zu einem ganz lausigen Kurs.

Dieser Ablauf könnte jedenfalls erklären, warum die Anlegerin 360.000 Euro verloren hat und damit deutlich mehr Geld als sie überhaupt anlegen wollte.

Die Anlegerin hat aber noch mindestens zwei weitere grundlegende Fehler gemacht:

1. Sie hat ihr gesamtes Guthaben (und faktisch sogar deutlich mehr) in diesen einen kleinen Nebenwert investiert. Damit hat sie eine der wichtigsten Anlegerregeln überhaupt missachtet. Sie lautet: „nicht alle Eier in einen Korb legen“ – sprich, das Geld breit über verschiedene Aktien aus unterschiedlichen Branchen und Regionen streuen.

2. Sie hat sich offensichtlich vorab gar nicht richtig über die Aktie von Greenwich Lifesciences informiert, sondern ist blind den Empfehlungen eines möglicherweise unseriösen Börsenforums gefolgt. Das hat sich fatal ausgewirkt.

Zugegeben, es handelt sich um ein extremes Beispiel. Es illustriert meines Erachtens aber sehr deutlich, welche Risiken Anfänger an der Börse eingehen, wenn sie sich vorab nicht richtig informieren. Das soll euch aber auf keinen Fall davon abhalten, in Aktien zu investieren. Denn auch für Anleger mit wenig Kapital gibt es keine bessere Anlageform. Langfriststudien zeigen, dass mit einem breit gestreuten Aktienportfolio im Durchschnitt Renditen von 7 bis 8 Prozent pro Jahr erzielt werden. Ist das nicht deutlich attraktiver als Nullzinsen oder sogar Negativzinsen für Bankguthaben?

Entscheidend ist aber, dass ihr euch an der Börse an einige Grundregeln haltet. Die möchte der Sparwolff euch nun in den kommenden Wochen nach und nach vermitteln.

Teilt mir eure Meinung über die Kommentar-Funktion mit

Nun aber nochmal zu unserer bedauernswerten Comdirect-Kundin. Bemerkenswert ist, dass ihr Konto auf Guthabenbasis geführt wurde. Das Konto durfte also eigentlich gar nicht überzogen werden. Das Guthaben betrug nur 25.000 Euro.

Was meint ihr? Warum kam es trotzdem zu einer Ausführung der unlimitierten Kauforder über 600.000 Euro? Trägt die Comdirect Bank aus eurer Sicht eine Mitschuld oder ist die Anlegerin aufgrund ihrer „Billigst“-Kauforder alleine für das Desaster verantwortlich? Teilt mir eure Meinung über die Kommentar-Funktion mit. Ich freue mich auf reine rege Diskussion!

Das Urteil zum Mietendeckel sollte jeden Mieter zum Nachdenken anregen

Auch wenn ihr nicht in Berlin wohnt, habt ihr es es sicher mitbekommen: Das Bundesverfassungsgericht hat gestern den Berliner Mietendeckel kassiert. Das vom rot-rot-grünen Senat der Hauptstadt 2019 verabschiedete Berliner Gesetz zur Deckelung der Mieten verstößt gegen das Grundgesetz. Weil der Bund mit der Mietpreisbremse bereits eine Regelung beschlossen hat, die den Anstieg der Mieten verlangsamen soll, dürfen die Länder keine eigenen Regelungen zu dem Thema beschließen. Denn die Länder sind nur dort zur Gesetzgebung befugt, wo der Bund von seiner Gesetzgebungskompetenz keinen Gebrauch gemacht hat.

Viele Berliner haben voller Wut auf dieses Urteil reagiert. Am Abend fanden sie sich zu einer spontanen Demo zusammen und marschierten durch die Szenebezirke Kreuzberg und Neukölln. Mindestens 10.000 Menschen nahmen nach Schätzungen des Tagesspiegels daran teil. Laut den Veranstaltern waren es sogar 15.000 Teilnehmer. Pandemie hin, Pandemie her. Auf Fotos sieht man, dass die meisten zwar Masken tragen, doch Abstände werden keine eingehalten. Die Wut entlud sich in Ausschreitungen und tätlichen Angriffen auf Polizisten. Als seien die Ordnungshüter für das Urteil des Bundesverfassungsgerichts verantwortlich.

Wahrscheinlich sind auch viele von euch Sparwolff-Lesern enttäuscht von diesem Urteil. Den Berlinern unter euch, die vom Mietendeckel profitiert haben, dürfte es womöglich ganz konkrete finanzielle Sorgen bereiten. Denn ab sofort müsst ihr wieder deutlich mehr Miete zahlen und in den kommenden Jahren auch wieder mit weiter steigenden Mieten rechnen. Zudem drohen euch Nachzahlungen für die vergangenen Monate, in denen der Mietendeckel, wie nun vom Bundesverfassungsgericht festgestellt, zu Unrecht angewandt wurde – es sei denn, eure Wohnung gehört dem Konzern Vonovia. Der hat – wahrscheinlich aus Image-Gründen – angekündigt, dass er auf Nachzahlungen verzichtet.

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Wut und Enttäuschung sind allerdings schlechte Ratgeber. Stattdessen solltet ihr euch Gedanken darüber machen, ob es wirklich so sinnvoll ist, dauerhaft zur Miete zu wohnen. Denn eines zeigt das höchstrichterliche Urteil zum Mietendeckel doch ganz deutlich: Beim Wohnen solltet ihr euch nicht auf die Versprechungen der Politik verlassen. Das gilt für aktionistische Regelungen wie den Mietendeckel genauso wie für großspurige Ankündigungen, dass angeblich viele neue Wohnungen gebaut werden.

Verlasst euch also lieber auf eure eigene Tatkraft und nehmt das Wohnen selbst in die Hand. Kauft euch, wenn ihr es finanziell irgendwie hinbekommt, eine eigene Wohnung. Selbst wenn ihr nicht viel Eigenkapital habt und euer Einkommen noch gering sein sollte, haben viele von euch die Chance dazu. Denn die Zinsen für Immobilienkredite sind außerordentlich niedrig und die Geldhäuser stehen unter Druck. Sofern ihr einen Job mit sicherem Einkommen habt, dürftet ihr daher auch eine Bank finden, die euch ein günstiges Darlehen gewährt.

Ihr solltet euch nur folgende Fragen stellen: Müssen es unbedingt gleich 90 Quadratmeter oder mehr sein? Muss es um jeden Preis ein Albau mit Dielen und Stuck oder ein schicker Neubau sein? Und muss die Wohnung auf Teufel komm raus in einem angesagten Bezirk liegen?

In Berlin zum Beispiel, der Stadt, in der ich seit über 20 Jahren lebe, könnt ihr mit etwas Glück, trotz der in den vergangenen Jahren stark gestiegenen Preise, noch immer eine bezugsfreie Zweizimmer-Wohnung von rund 50 Quadratmetern für um die 200.000 Euro finden – sogar mit Balkon. Das ist dann eben nicht der prunkvolle Stuck-Altbau in Prenzlauer Berg oder Kreuzberg und auch nicht das schicke Loft in Ku’damm-Nähe oder in Mitte, sondern ein vielleicht eher schlichter und schmuckloser Bau aus den 50er oder 60er Jahren in Wedding, Reinickendorf, Lichtenberg oder Mariendorf. Aber Leute, es ist dann euer Eigentum!

In Außenbezirken wie Spandau, Hellersdorf oder Schöneweide könnte es sogar noch etwas günstiger für euch werden. Nicht gerade euer Traum? Das kann ich verstehen. Aber macht euch bewusst: Ihr müsst nicht ewig dort wohnen bleiben, auch wenn es euer Eigentum ist. Viel spricht dafür, dass die Preise in den Metropolen weiter steigen werden. Ihr bildet damit also Vermögen.

Auf meine Heimatstadt München übertragen bedeutet das: Solange ihr kleine Brötchen backen müsst, sucht euch ein günstiges Objekt in Milbertshofen, Laim, Obermenzing oder Giesing statt ohne Aussicht auf Erfolg von einer bezahlbaren Eigentumswohnung in Schwabing, Lehel, Haidhausen oder im Glockenbachviertel zu träumen.

In anderen Städten kenne ich mich nicht so gut aus. Aber da wird es genauso sein: In nicht ganz so beliebten Stadtteilen dürften Eigentumswohnungen noch vergleichsweise erschwinglich sein – und vielleicht auch die größeren Wertsteigerungen erwarten lassen als in den eher überteuerten Szenebezirken.

Spanier, Italiener, Franzosen oder Briten haben es längst vorgemacht. In diesen Ländern sind die Eigentumsquoten deutlich höher als in Deutschland. Auch und gerade unter jungen Leuten. Nehmt euch also an ihnen ein Beispiel. In ein paar Jahren, wenn sich eure Lebens- und Einkommenssituation geändert hat, könnt ihr die Wohnung, die ihr heute erwerbt dann vermieten oder verkaufen und euch selbst etwas Besseres leisten.

Macht also einen Kassensturz und vereinbart einen Termin mit dem Baufinanzierungsberater der Bank eures Vertrauens. Und fangt damit an, auf Portalen wie Immoscout24 oder Immowelt nach geeigneten Objekten zu forschen. Anders als bei der Suche nach einer Mietwohnung, wo ihr oft zu Dutzendenden durch ein Objekt geschleust werdet, werden Kaufinteressenten wie echte Menschen behandelt. In aller Regel bekommt ihr problemlos einen Einzeltermin mit dem Makler oder dem Eigentümer. Probiert es aus. Vielleicht werdet ihr dem Sparwolff noch dankbar sein, dass er euch in eure ersten eigenen vier Wände gelotst hat.

Clever einkaufen

Manche Menschen durchforsten regelmäßig ihren Kühlschrank oder ihre Vorratskammer nach abgelaufenen Lebensmitteln. Ist bei irgend einem Produkt das Mindesthaltbarkeitsdatum abgelaufen, wird es umgehend entsorgt. Es ist ja dann mit Sicherheit verdorben.

Falls ihr auch zu diesen Menschen gehört, möchte ich euch jetzt mal kurz wachrütteln. Ist euch eigentlich klar, was ihr da für eine Verschwendung betreibt? Die Bezeichnung Mindesthaltbarkeitsdatum dürft ihr durchaus wörtlich nehmen. Sie bedeutet nicht, dass ein Produkt automatisch schlecht wird, wenn das Datum überschritten ist, sondern dass der Hersteller (bei sachgemäßer Lagerung) garantiert, dass es bis zu diesem Datum einwandfrei ist. Die Hersteller gehen hier natürlich auf Nummer sicher. Deshalb sind die meisten Lebensmittel viel länger haltbar als es das Mindesthaltbarkeitsdatum suggeriert.

Anhänger der Sparwolff-Philosophie machen sich dieses Wissen zunutze und suchen im Supermarkt bewusst nach Artikeln, deren Mindesthaltbarkeitsdatum naht und die deshalb günstiger zu haben sind. Zahlreiche Supermärkte bieten solche Lebensmittel nämlich mit einem ordentlichen Rabatt an: Bei Aldi und Netto zum Beispiel gibt es solche Artikel mit 30 Prozent Rabatt, bei Lidl sogar mit einem Discount von 50 Prozent. Auch bei Edeka und Rewe und sogar in zahlreichen Bio-Märkten gibt es solche Lebensmittel des öfteren mit attraktivem Rabatt. Denn die Händler dürfen diese Produkte nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums nicht mehr verkaufen. Also geben sie diese lieber billiger her, bevor sie sie wegwerfen müssen.

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Die Strategie, gezielt nach solchen Produkten zu suchen, hat für euch noch einen weiteren Vorteil: Sie führt automatisch dazu, dass ihr nur die Mengen kauft, die ihr in absehbarer Zeit verzehren werdet. Ihr müsst am Ende also mit großer Wahrscheinlich weniger wegwerfen als wenn ihr riesige Vorräte anschafft, die dann am Ende tatsächlich verfallen, weil die Augen größer als der Magen waren.

Wenn ein Lebensmittel abgelaufen ist, dann vertraut euren Sinnen: Macht den Geruchs- und Geschmackstest. Dann werdet ihr schnell feststellen, ob es noch verzehrbar ist oder nicht. In bestimmten Fällen kann es auch vorkommen, dass ein Produkt schon vor Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums nicht mehr gut ist. Nach meiner Beobachtung kommt das vor allem bei Frischmilch und Käse relativ häufig vor. Bringt das Produkt dann einfach zurück zum Händler und lasst euch das Geld erstatten. Auch wenn ihr den Kassenzettel nicht mehr habt (wer bewahrt den schon auf?) wird die Kassiererin in aller Regel das Geld auszahlen.

Natürlich lohnt es sich im Supermarkt auch, auf Sonderangebote zu achten. Wenn ihr viel Zeit habt, könnt ihr die wöchentlichen Prospekte der einzelnen Händler studieren und euch überall das Günstigste herauspicken. Eine weniger zeitraubende Strategie ist es, euch einen kleinen Vorrat an Lebensmitteln anzulegen, die gerade im Sonderangebot sind und lange haltbar sind. Macht es aber bitte nicht wie Loriot in Papa ante Portas. In diesem sehenswerten Filmklassiker kauft der Komiker, der einen frisch pensionierten ehemalige Konzern-Chefeinkäufer spielt, eine ganze Kellerladung voller Senf, weil er sie zu einem besonders günstigen Preis ergattern konnte.

Noch ein Tipp zum Abschluss: Wenn ihr Lebensmittel zum Sonderpreis kauft, dann überprüft unbedingt den Kassenzettel. Nicht selten kommt es nämlich vor, dass die Kassensysteme nicht mit dem Sonderpreis gefüttert wurden und euch dann doch der reguläre Preis berechnet wird. Das muss ja nun wirklich nicht sein.

Hotelkomfort zum Schnäppchenpreis

Trotz aller Anlaufschwierigkeiten: Die Impfkampagne kommt allmählich ins Rollen. In absehbarer Zeit werden wir wieder verreisen können – und zwar überall hin und nicht mehr nur nach Mallorca.

Höchste Zeit also für den Sparwolff euch zu erklären, wie ihr durch einen cleveren Trick bei der Buchung der Unterkunft eine Menge Geld im Urlaub sparen könnt, ohne auf Komfort oder sonstige Annehmlichkeiten verzichten zu müssen.

Viele von euch sind es mittlerweile wahrscheinlich gewohnt, die Urlaubsunterkunft ganz automatisch nur noch auf Airbnb zu buchen. Ich sage euch, das ist ein Fehler. Denn Airbnb ist nicht immer die günstigste Option. Wenn ihr es geschickt anstellt, kommt ihr im Hotel viel preiswerter unter. Sprich: Ihr zahlt deutlich weniger für ein gleichwertiges Angebot als bei Airbnb oder ihr bekommt wesentlich mehr Leistung und Komfort fürs gleiche Geld. Bei der Buchung müsst ihr nur einen kleinen Spartrick anwenden, den ich euch im folgenden erkläre.

So funktioniert der Spartrick bei der Hotelbuchung

Sobald ihr wisst, wann und wo die Reise hingehen soll, geht ihr auf eines der bekannten Buchungsportale wie booking.com, agoda.com, hotels.com oder otels.com und bucht ein Zimmer in dem Hotel eurer Wahl für den gewünschten Zeitraum. Dann habt ihr euer Hotelzimmer schon mal sicher. Ein beruhigendes Gefühl, das die Vorfreude auf die Reise sprunghaft ansteigen lassen sollte.

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Wenn ihr etwas mehr Aufwand betreiben wollt, könnt ihr natürlich die Preise auf mehreren Portalen vergleichen und dann beim günstigsten buchen. Viel wichtiger ist aber, dass ihr unbedingt auf eines bei der Buchung achtet: dass sie kostenlos stornierbar ist – auch wenn das etwas teurer sein sollte als eine Buchung ohne diese Option.

„Moment mal“, werdet ihr jetzt vielleicht denken. „Das ist doch kein Spartipp. Das macht die Sache ja nur teurer“. Darauf antworte ich: Gemach, gemach, erstmal weiterlesen!

Nach der Buchung lasst ihr etwas Zeit vergehen und schaut euch dann auf unterschiedlichen Buchungsportalen nach einem Zimmer der selben Kategorie im selben Hotel um. Besucht jetzt nicht nur die großen, bekannten Portale, sondern auch kleinere, lokale Portale und fragt auch direkt beim Hotel nach. In vielen Fällen werdet ihr feststellen, dass die Preise deutlich niedriger sind als zum Zeitpunkt eurer Buchung. Denn wenn Hotels merken, dass sie in einem bestimmten Zeitraum nicht ausgelastet sind, dann reduzieren sie die Preise oftmals deutlich – in der Hoffnung, doch noch kurz entschlossene Gäste zu finden.

Das Zimmer einfach zum günstigeren Preis neu buchen

Stoßt ihr auf ein besonders günstiges Angebot schlagt ihr zu – und macht anschließend die erste Buchung rückgängig. Denn ihr erinnert euch: Ihr habt ja die Möglichkeit, diese Buchung kostenlos zu stornieren.

Einfallen lassen hat sich diesen Trick mein Kumpel Andreas. Vor jeder Reise geht er geradezu generalstabsmäßig vor: Er legt sich eine Excel-Tabelle an und trägt darin alle relevanten Informationen ein: die für die Reise gebuchten Hotels, den Anbieter, bei dem er gebucht hat, den Preis, die genaue Zimmerkategorie, die Verpflegung (also mit Frühstück oder ohne), den Aufenthaltszeitraum, das Datum, bis wann eine kostenlose Stornierung erfolgen kann und dergleichen mehr.

„Mir macht das enorm viel Spaß, es steigert meine Vorfreude auf die Reise“, sagt Andreas. „Und ich spare jedes Mal mehrere Hundert Euro. Das lohnt sich wirklich“.

Ihr müsst ja nicht unbedingt ganz so akribisch wie Andreas vorgehen. Dann holt ihr vielleicht nicht den letzten Cent bei jeder Buchung heraus. Aber eine Menge Geld sparen könnt ihr mit seinem Buchungstrick in der Regel auch schon dann, wenn ihr für jedes gebuchte Zimmer nach ein paar Wochen nochmal nachschaut, ob es inzwischen günstiger zu haben ist.

In vielen Fällen müsst ihr euch übrigens gar nicht die Mühe machen, das Zimmer neu zu buchen und die Erstbuchung zu stornieren. Denn booking.com & Co bieten oftmals eine so genannte Bestpreisgarantie (manchmal auch Tiefpreisgarantie genannt) an. Findet ihr ein gebuchtes Zimmer anderswo günstiger, weist ihr das mit einem Screenshot nach. Dann erstattet euch das Portal, bei dem ihr ursprünglich gebucht habt, die Differenz.

Na dann, hoffentlich bald wieder: Gute Reise!

Auf die richtige Haftpflichtversicherung kommt es an

Bei Versicherungen muss man genau hinschauen. Meiner Meinung nach sind viele davon überflüssig. Braucht ihr wirklich eine Reisegepäckversicherung, eine Brillenversicherung oder eine Handyversicherung? Das Geld für die Versicherungsprämie könnt ihr euch in der Regel sparen. Viele Menschen zahlen die Prämie für solche Versicherungen sogar mehrfach: Denn oftmals enthält zum Beispiel ihre Kreditkarte eine Reisegepäckversicherung und trotzdem schließen sie zusätzlich eine solche Versicherung bei der Buchung einer Reise ab.

Es gibt allerdings Versicherungen, die für jeden absolut unverzichtbar sind. Diese Versicherungen sind so wichtig, dass ich sie jeweils einzeln in verschiedenen Blog-Beiträgen behandeln werde. Beginnen möchte ich in diesem Beitrag mit der privaten Haftpflichtversicherung.

„Eine Haftpflichtversicherung habe ich doch längst“, werden die meisten von euch jetzt denken. Aber halt! Wendet euch nicht zu früh wieder ab. Es kommt nämlich ganz entscheidend darauf an, die richtige Haftpflichtversicherung zu wählen. Vielen von euch dürfte gar nicht bewusst sein, wie ungeschützt sie sind, weil ihr Vertrag eine bestimmte Zusatzleistung nicht enthält. Doch dazu später mehr. Ich kann also nur raten: Bleibt dran.

Erst einmal möchte ich diejenigen von euch ansprechen, die noch gar keine private Haftpflichtversicherung haben. Dazu male ich jetzt mal ganz bewusst und absichtlich den Teufel an die Wand. Denn ich möchte euch klar machen, welch enorm hohes Risiko ihr eingeht, wenn ihr keine solche Versicherung habt.

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Denn für jeden Schaden, den ihr einer anderen Person zufügt, haftet ihr in voller Höhe. Kippt ihr zum Beispiel ein Glas wein um und ruiniert ihr damit das Handy oder den Laptop eine Freundin, müsst ihr für den entstanden Schaden aufkommen. Doch das ist noch harmlos. Stellt euch vor, ihr verursacht durch leichtsinniges Verhalten einen schweren Unfall, durch den einer anderen Person ein irreparabler Schaden zugefügt wird. Oder ihr vergesst den Herd auszuschalten und das ganze Gebäude brennt ab.

Ohne Haftpflichtversicherung werdet ihr in solchen Fällen vermutlich euer Leben lang nicht in der Lage sein, den Schaden zu reparieren. Ihr seht es also hoffentlich ein: Eine private Haftpflichtversicherung ist ein absolutes Muss.

So und nun sollten auch diejenigen unter euch, die längst eine solche Versicherung haben, wieder aufmerksam weiterlesen. Es ist nämlich nicht egal, welchen Anbieter ihr wählt. Achtet also nicht nur auf den Preis. Von enormer Bedeutung ist, dass die Versicherung im Zweifel auch Schäden abdeckt, die andere bei euch verursachen. Stellt euch nämlich folgende Situation vor: Eine fremde Person verletzt euch durch ein Missgeschick so schwer, dass ihr künftig an einen Rollstuhl gebunden seid und nicht mehr in der Lage seid zu arbeiten. Ist diese Person selbst nicht haftpflichtversichert und verfügt nicht über ein großes Vermögen, wird es ihr nicht möglich sein, den euch zustehenden Schadenersatz zu leisten. Die dramatische Folge für euch: Neben dem körperlichen Schaden droht euch in einem solchen Fall materielle Armut.

Dieses Risiko ist gar nicht so gering, wie es scheinen mag: Laut dem Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) verfügen rund 30 Prozent der Haushalte in Deutschland über keine private Haftpflichtversicherung. Um es drastisch auszudrücken: Von fast einem Drittel eurer Mitmenschen geht eine enorme Gefahr für eure finanzielle Zukunft aus.

Ein solches finanzielles Horrorszenario könnt ihr jedoch ganz leicht verhindern: In dem ihr euch bei eurer eigenen privaten Haftpflichtversicherung für einen Anbieter und einen Vertrag entscheidet, der eine sogenannte Forderungsausfalldeckung beinhaltet. Die Ausfalldeckung springt ein, wenn der Verursacher des Schadens nicht versichert ist. Dann übernimmt eure eigene Versicherung die Kosten. Ist das nicht gut zu wissen?

Wenn ihr jetzt denkt, dass ihr für eine private Haftpflichtversicherung mit Forderungsausfalldeckung sicherlich ganz tief in die Tasche greifen müsst, kann ich euch beruhigen: Die gibt es schon für weit weniger als 100 Euro pro Jahr. Auf Portalen wie Verivox oder Check 24 könnt ihr aktuelle Angebote vergleichen. Sie ändern sich laufend.

Achtet auch darauf, dass die abgedeckte Schadenssumme möglichst hoch ist – sowohl, was die selbst verursachten Schäden als auch die Ausfallabdeckung angeht. Einige Versicherer bieten eine Absicherung von 50 Millionen oder sogar 100 Millionen Euro pro Schadensfall an. Damit seid ihr auf jeden Fall auf der sicheren Seite. Spart also nicht am falschen Ende.

In eigener Sache

Heute wende ich mich mal direkt an euch, liebe Sparwolff-Fans. Wie ihr wisst, kostet euch der Sparwolff nichts, er kann euch aber eine Menge geldwerter Vorteile bringen. Und Lesevergnügen gibt es für euch obendrein – hoffe ich jedenfalls.

Höchste Zeit, dass ihr auch mal etwas für mich tut. Nein, keine Sorge, ich halte jetzt nicht die Hand auf. Ich sage euch nur wie es ist: Bevor ich mit dem Sparwolff irgendwann einmal etwas Geld verdienen kann – zum Beispiel in Form von Werbeeinnahmen –  muss er noch sehr stark wachsen. Ich brauche also mehr Fans, viel mehr Fans.

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Wenn euch der Sparwolff gefällt und ihr mit meinen Empfehlungen etwas anfangen könnt, habt ihr jetzt die Gelegenheit, euch zu revanchieren: Also, rührt für mich ein wenig die Werbetrommel und fordert eure Partner, Mitbewohner, Freunde, Bekannte und Arbeitskollegen auf, den Sparwolff ebenfalls zu abonnieren. Am besten ihr zeigt ihnen direkt, wie es geht und sie tun es sofort vor euren Augen. Denn sonst vergessen sie es wieder, das sagt mir die Erfahrung. Zur Erinnerung: E-Mail-Adresse eingeben, auf die Bestätigungsmail warten, diese öffnen und das Abo bestätigen. Fertig.

Selbstverständlich bekommt ihr für eure Empfehlung eine Gegenleistung. Jeder von euch, der mindestens einen neuen Abonnenten für den Sparwolff wirbt, darf einen Themenwunsch äußern. Vielleicht habt ihr ja auch schon eine konkrete Idee für mich auf Lager, in welchen Bereichen des täglichen Lebens (und darüber hinaus) noch Sparpotenzial schlummert. Ich gehe jedem lohnenswerten Thema gerne nach. Schickt bitte alle eure Anregungen an meine E-Mail-Adresse sparwolff@yahoo.com.

So und jetzt freue ich mich auf zahlreiche neue Leser, Abonnenten und Zuschriften. Feuer frei!

Erstmal alles ausprobieren

„Drum prüfe, wer sich ewig bindet. Ob sich das Herz zum Herzen findet. Der Wahn ist kurz, die Reu’ ist lang.“ Die Empfehlung Friedrich Schillers befolgen heute (bewusst oder unbewusst) die meisten Paare. Sie praktizieren die Ehe auf Probe – und zwar in mehreren Schritten: Erst treffen sie sich eine Weile lang. Wenn es gut läuft, ziehen sie irgendwann zusammen. Und nur wenn sich auch dieses Zusammenleben bewährt, heiraten sie. Oder sie lassen es bleiben und leben dauerhaft in „wilder Ehe“ zusammen, wie unverheiratete Paare, die sich eine Wohnung teilen, früher missbilligend genannt wurden.

Schillers Rat eignet sich indes nicht nur für Liebesbeziehungen, sondern auch für viele andere Verbindungen, die der Mensch im Leben eingeht. Ob Vereinsmitgliedschaft, Fitnessclub, Zeitungsabonnement oder Bahncard. In vielen Fällen lohnt es sich, erstmal nur einen Vertrag auf Probe abzuschließen.

Bahncard

Fangen wir mit der Bahncard an. Denn die Deutsche Bahn bietet ausdrücklich eine Bahncard auf Probe an. Sie nennt diese (orthografisch nicht ganz korrekt, weil der Bindestrich fehlt und weil sie das „C“ großschreibt, aber darüber wollen wir einmal großzügig hinwegsehen) die Probe BahnCard. Diese gibt es in mehreren Variationen. Die Probe BahnCard 25 zum Beispiel kostet 17,90 Euro und ist drei Monate gültig. Mit ihr bekommt ihr 25 Prozent Ermäßigung auf alle Fahrten – auch auf Sonderpreise. Wenn ihr nur sehr selten mit der Bahn reist, dann ist das für euch genau das Richtige.

Die reguläre, ein Jahr gültige BahnCard 25 ist mit 55,70 Euro aufs Jahr gerechnet zwar etwas günstiger. Doch was nützt euch dieser geringfügige Preisvorteil, wenn ihr die Karte praktisch nie verwendet? Am besten ihr holt euch also die Probe BahnCard 25 – aber erst, wenn ihr eine Fahrt mit der Bahn plant. Sorgt dafür, dass der erste Geltungstag auch der Reisetag ist. Dann könnt ihr die Laufzeit optimal nutzen.

Noch wichtiger: Kündigt eure Probe BahnCard rechtzeitig. Denn sonst verwandelt sie sich automatisch in eine reguläre BahnCard. Die verlängert sich wiederum Jahr für Jahr, wenn sie nicht gekündigt wird. Wenn ihr plant, auch weiterhin gelegentlich mit der Bahn zu fahren, lohnt die sich durchaus. Aber auch nur dann. Wenn ihr unter 27 Jahre alt seid, dann solltet ihr eventuell doch gleich zur regulären BahnCard greifen. Die heißt in eurem Fall dann My BahnCard 25 und kostet lediglich 34,90 Euro im Jahr Jahr. Aber Vorsicht: Nach eurem 27. Geburtstag zahlt ihr automatisch den regulären Preis.

Sportverein und Fitnessclubs

Einige Sportvereine und Fitnessclubs suchen händeringend nach neuen Mitgliedern und bieten deshalb zunächst eine Probemitgliedschaft an. Ein solches Angebot anzunehmen, ist fast immer sinnvoll. Denn eure Vorsätze mögen noch so gut sein. Oft lässt die Begeisterung für die sportliche Betätigung schon nach mehreren Wochen spürbar nach und ihr geht kaum mehr oder gar nicht mehr hin. Oder ihr kommt mit der Atmosphäre in dem schicken Tennisclub nicht klar und ihr möchtet nach einigen Wochen doch mal lieber einen anderen Verein ausprobieren. Zudem ist die Probemitgliedschaft oftmals besonders kostengünstig oder sogar kostenlos. Schließlich soll euch der Club oder der Verein ja schmackhaft gemacht werden.

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Wie bei der Bahncard gilt auch hier: Achtet auf die Kündigungsfristen. Sonst verwandelt sich eure Probemitgliedschaft ganz schnell in eine reguläre Mitgliedschaft, die erst nach einem oder sogar zwei Jahren (bei Fitnessclubs sind zwei Jahre Vertragsdauer die Regel) gekündigt werden kann.

Zeitungs- oder Zeitschriftenabonnements

Als Journalist tut mir der folgende Tipp eigentlich im Herzen weh. Denn ihr wisst sicherlich auch, dass es vielen Medienhäusern nicht besonders gut geht: Die Leserschaft schwindet. Vor allem junge Leute sind heute kaum noch bereit, für Information Geld zu zahlen. Das halte ich für einen groben Fehler. Denn die kostenlosen Informationsquellen im Internet lassen qualitativ doch sehr zu wünschen übrig. Wer dauerhaft gut informiert sein will, kommt um die regelmäßige Lektüre einer seriösen Zeitung wie der FAZ, der SZ oder der Zeit nicht herum. (egal ob als Print oder als E-Paper).

Dennoch kann ich es natürlich nachvollziehen, wenn es euch schwer fällt, regelmäßig das Geld für ein Zeitungsabo aufzubringen. Wenn ihr also knapp bei Kasse seid (und nur dann!), dann nutzt die zweiwöchigen (manchmal auch vierwöchigen) stark vergünstigten oder sogar kostenlosen Probeabonnements, die viele Verlage anbieten. In einigen Fällen laufen die Abos automatisch aus. Ihr müsst dann gar nichts unternehmen, wenn ihr das Abo nicht verlängern wollt. In den meisten Fällen jedoch verlängert sich das Abo nach der Probephase automatisch und wird zu einem regulären Abo. Es empfiehlt sich deshalb, das Abo direkt nach Vertragsabschluss wieder zu kündigen. Meist geht das problemlos online. Wenn ihr die Zeitung oder die Zeitschrift anschließend weiter beziehen möchtet (was mich natürlich sehr freuen würde), dann könnt ihr das immer noch tun.

Erkundigt euch beim Verlag, ob sich mehrere Nutzer ein digitales Abo teilen können (wie das ja bei Printausgaben auch möglich ist). Sollte das möglich sein, wäre es doch eine Überlegung wert, euch zu zweit, zu dritt oder zu viert zusammenzutun und euch zu einem gemeinsamen regulären Abo durchzuringen. Ihr werdet es nicht bereuen.

Das Sparwolff-Abo müsst ihr euch übrigens mit niemandem teilen und auch nicht auf Probe abschließen. Es ist und bleibt für euch selbstverständlich kostenlos.

Wollt ihr ewig Miete zahlen?

Wahrscheinlich haben mich einige von euch nach Lektüre der Headline dieses Beitrags innerlich bereits für verrückt erklärt. „Der Sparwolff empfiehlt mir allen ernstes den Kauf einer Wohnung? Hallo? Hat der seine Zielgruppe völlig aus den Augen verloren? Wie soll ich mir denn eine eigene Wohnung leisten? Ich komme ja so schon kaum über die Runden.“

So oder so ähnlich dürfte eure Reaktion ausgefallen sein. Und ganz ehrlich, ich kann sie durchaus nachvollziehen. Trotzdem schlage ich euch vor, eure berechtigen Emotionen kurz beiseite zu legen, erstmal weiterzulesen und euch mal mit dem bislang Undenkbaren zu beschäftigen. 

Eines möchte ich vorausschicken: Solltet ihr eine sehr günstige und schöne Mietwohnung haben, dann spreche ich euch hiermit meinen aufrichtigen Glückwunsch aus. Wenn dies so ist, würde ich an eurer Stelle jeden Tag drei Kreuze machen und mich mit dem Thema Eigentumswohnung gar nicht erst beschäftigen. 

Doch stopp! Seid ihr euch auch sicher, dass dies so bleibt? Was zum Beispiel, wenn die nette, betagte Vermieterin die Wohnung ihrem Sohn vermacht und dieser plötzlich auf die Idee kommt, eine marktübliche Miete zu verlangen? Sicher, das darf er nicht von einem Tag auf den anderen tun. Alle drei Jahre darf er maximal um 20 Prozent erhöhen. In Städten wie Berlin und München, wo die Mieten in den vergangenen Jahren besonders stark gestiegen sind, darf die dreijährige Erhöhung sogar nur 15 Prozent betragen.

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Dennoch: In solchen Fällen könnt ihr euch darauf verlassen, dass der Vermieter den gesetzlich zulässigen Rahmen bei Mieterhöhungen künftig immer voll ausschöpfen wird. Und dann dauert es nicht lange, bis auch ihr eine marktübliche Miete bezahlt. Ein Sonderfall ist Berlin. Seit 2020 ist dort ein sogenannter Mietendeckel in Kraft, der tatsächlich zu einer deutlichen Absenkung der Mieten geführt hat. Allerdings hängt über dem Gesetz noch das Damoklesschwert der höchstrichterlichen Instanz: Das Bundesverfassungsgericht wird voraussichtlich noch 2021 über die Zulässigkeit des Berliner Gesetzes urteilen. Viele Experten erwarten, dass es den Mietendeckel als verfassungswidrig zurückweisen wird.

Doch auch wenn der Mietendeckel in Berlin bestehen bleiben sollte, haben nur diejenigen Grund zum Jubeln, die bereits über eine attraktive Mietwohnung verfügen. Für Wohnungssuchende dürfte es dagegen immer schwerer werden, in der Hauptstadt fündig zu werden. Denn schon heute zeigt sich, dass Vermieter wenig geneigt sind, frei werdende Wohnungen so günstig wie vom Gesetzgeber gefordert neu zu vermieten. Viele Berliner Vermieter verkaufen frei werdende Wohnungen aktuell deshalb lieber. Zum Beispiel an Eigennutzer. Für neue Wohnungen ab Baujahr 2014 gilt der Mietendeckel übrigens ohnehin nicht.

Jeder von euch sollte sich deshalb überlegen, in absehbarer Zeit eine eigene Wohnung anzuschaffen, damit ihr in euren eigenen vier Wänden leben könnt. Das hätte für euch folgende Vorteile:

  1. Sicher habt ihr schon von dem schrecklichen Wort „Eigenbedarfskündigung“ gehört. Wenn euer Vermieter plötzlich auf die Idee kommen, selbst in eure Wohnung zu ziehen oder die Wohnung der Enkelin zur Verfügung zu stellen, dann darf er die Wohnung wegen Eigenbedarfs kündigen. Ihr könnt dann zwar versuchen, euch dagegen juristisch zur Wehr zu setzen. Doch Eigenbedarf ist ein scharfes Schwert. Obwohl das Mietrecht in Deutschland sehr mieterfreundlich ist, urteilen viele Gerichte in Fragen des Eigenbedarfs zu Gunsten des Vermieters.
  2. Ihr spart euch die Miete. Das klingt zwar trivial, fällt aber über die Jahre sehr stark ins Gewicht. Zahlt ihr zum Beispiel nur 500 Euro Miete im Monat, sind das schon 6.000 Euro im Jahr. Nach zehn Jahren summiert sich eure Miete schon auf 60.000 Euro. Sicher, wenn ihr in eurer eigenen Wohnung lebt, müsst ihr selbst für Reparaturen und Instandsetzungen aufkommen. Insofern würdet ihr die Miete nicht komplett sparen – aber immerhin doch einen sehr großen Teil davon.
  3. Immobilienkredite sind im Moment sehr günstig. Fragt bei eurer Bank nach. Ihr werdet feststellen: Die Zinsen sind aktuell so niedrig, dass ihr vermutlich inklusive Tilgung (also der Abzahlung des Kredits) eine monatlich geringere Belastung haben werdet als bei einer Mietwohnung. Entscheidet euch für eine möglichst lange Zinsbindung (am besten 15 oder 20 Jahre). Dann seid ihr auf der sicheren Seite, falls das Zinsniveau wieder steigen sollte.

Sicher, ganz ohne Eigenkapital geht es nicht. Ideal wäre es, wenn ihr ein Viertel oder besser noch ein Drittel des Kaufpreises direkt von eurem Ersparten leisten könntet. Falls ihr davon noch weit entfernt seid, dann müsst ihr euch vermutlich noch mit dem Kauf der Eigentumswohnung gedulden. Dann fangt aber am besten noch heute mit dem Sparen an. Legt monatlich eine bestimmte Summe zurück, um das nötige Eigenkapital anzusparen. 

Nun werdet ihr möglicherweise einwenden, dass ihr mit einer Immobilie an Flexibilität einbüßt. Was, wenn ihr später – zum Beispiel aus beruflichen Gründen – den Wohnort wechseln müsst. Oder wenn ihr Nachwuchs bekommt und mehr Wohnraum benötigt?

Da kann ich nur antworten: Dann verkauft ihr die Wohnung eben wieder. Viel spricht dafür, dass die Wohnungspreise in den nächsten Jahren weiter steigen werden. Die Chancen, dabei einen Wertzuwachs zu erzielen sind also gut – zumindest, wenn die Immobilie in einer attraktiven Stadt steht. Oder ihr vermietet die Wohnung dann und schafft euch so ein zusätzliches Einkommen.

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Ich wäre schon zufrieden, wenn ich euch mit meinen Ausführungen einen Anstoß gegeben hätte, euch mal über das Thema Eigentumswohnung Gedanken zu machen. Lasst euch Zeit, wägt alle Für und Wider ab. Es handelt sich zweifellos um eine Entscheidung von großer Tragweite. Grundsätzlich aber gilt: Je früher ihr euch für die eigene Wohnung entscheidet, desto größer werden später eure finanziellen Spielräume sein.

Ihr habt euch grundsätzlich schon für den Kauf einer Wohnung entschieden? Sehr gut! Dann habe ich hier abschließend noch einen besonderen Tipp für euch: Zieht in Erwägung, eine vermietete Wohnung zu kaufen. Diese sind in Ballungszentren nämlich zum Teil deutlich billiger als gleichwertige leerstehende Wohnungen zu haben. Oftmals beträgt der Abschlag 30 Prozent oder mehr. Der Grund: Eine vermietete Wohnung kann nicht selbst genutzt werden – normalerweise. Wenn euch die Wohnung erstmal gehört, könnt ihr aber den Mietern eine „großzügige Umzugshilfe“ anbieten, wenn sie sich bereit erklären, freiwillig auszuziehen. 

Natürlich hättet ihr in letzter Konsequenz dann auch die Möglichkeit, selbst Eigenbedarf anzumelden. Das ist letztlich mehr eine Frage der Moral als des Rechts: Sollten die Mieter sehr alt oder schwerkrank sein, verbietet sich eine Eigenbedarfskündigung eigentlich. Aber wie es diesbezüglich um die Mieter bestellt ist, lässt sich in der Regel ja schon bei der Besichtigung der Wohnung mit ein paar gezielten Fragen feststellen. 

Traut dem Big Mac Index nicht!

Um der Bevölkerung das unterschiedliche Preisniveau in verschiedenen Ländern und Wirtschaftszonen der Welt zu veranschaulichen, ist die Volkswirtin Pamela Woodall 1986 auf eine glorreiche Idee gekommen: Die damalige Korrespondentin des angesehenen britischen Wirtschaftsmagazins Economist erfand den Big Mac Index. 

Der Gedanke dahinter: Es reicht, den Preis des Premium-Burgers einer bekannten, rund um den Globus vertretenen Schnellimbiss-Kette zu vergleichen, um auf Anhieb zu wissen, wie die Kaufkraft in einem bestimmten Land ist – absolut und in Relation zu jedem anderen Land. Denn die Qualität und Beschaffenheit des Big Macs sei in jedem Land nahezu identisch. Der besseren Vergleichbarkeit wegen wird der Preis des Big Macs für den Index übrigens von der jeweiligen Landeswährung in US-Dollar umgerechnet. Längst hat sich der Big Mac Index als anerkannter Preisindikator etabliert und wird immer wieder auch von ernst zu nehmenden wissenschaftlichen Publikationen zitiert.

Meiner eigenen Beobachtung zufolge hat der Big Mac Index allerdings zwei entscheidende Schwächen, die in dieser Form offenbar noch niemandem vor mir aufgefallen sind.

Die erste Schwäche: Die Annahme, die Qualität des Big Macs sei weltweit praktisch identisch, trifft offensichtlich nicht ganz zu. Julian, mein ehemaliger Mitbewohner, ein junger Mann aus Argentinien, schwört jedenfalls beim Barte des Gauchos, dass der Big Mac in seiner Heimatstadt Buenos Aires wesentlich besser schmecke als in Berlin. Er führt das auf die Qualität des Fleisches zurück. Das argentinische Rindfleisch ist ja bekanntlich legendär. Zwar gehe ich nicht davon aus, dass ausgerechnet die allerbesten Filetstücke der stolzesten Rinder des Landes als Burger-Patty in den McDonalds-Filialen der argentinischen Hauptstadt landen. Dennoch, es ist eben Rindfleisch aus Argentinien. 

Der Ruf des deutschen Rindfleischs ist dagegen nicht erst seit den jüngsten Fleischskandalen – Stichwort Massentierhaltung – angekratzt. Da kann man sich schon vorstellen, was da so im Big Mac landet. Ein Anruf in der Pressestelle des Burger-Braters in München bringt dann jedoch eine überraschende Erkenntnis: „Wir beziehen 88% unseres Rindfleischs aus Deutschland. Dabei verwenden wir hauptsächlich Fleisch von Milchkühen aus überwiegend kleinen bis mittleren Betrieben“, heißt es dort. Dadurch werde der sogenannte „ökologische Fußabdruck“ auf Milch, Kalb und Fleisch verteilt. Mag ja alles sein. Dennoch möchte ich Julian Glauben schenken. Es geht halt nichts über den Big Mac aus der Pampa.

Das alles allerdings nur am Rande. Von viel größerem Gewicht ist die zweite Schwäche des Big Mac Index. Ich behaupte nämlich: Er spiegelt nicht den tatsächlichen Preis des Burgers in den einzelnen Ländern und Regionen wider. 

Doch schauen wir uns den Index zunächst einmal etwas genauer an, bevor ich meine Behauptung näher erläutere. Laut Big Mac Index ist der Big Mac wo am teuersten? Richtig geraten: in der Schweiz. Umgerechnet stolze 7,29 US-Dollar müssen die Eidgenossen für ein Exemplar von McDonalds bestem Stück zahlen. Nach aktuellem Wechselkurs entspricht das 6,13 Euro. Auf Platz zwei und drei folgen übrigens Schweden und Norwegen. Auf Platz vier landen dann schon die USA mit 5,66 Dollar pro Big Mac. 

Deutschland wird leider nicht einzeln aufgelistet, sondern nur die Eurozone als ganze. Sie steht im Index derzeit auf Platz 7 mit 5,16 Dollar für den Big Mac. Das sind 4,34 Euro. Am günstigsten weltweit ist der Big Mac übrigens im Libanon, wo er gerade mal 1,77 Dollar kostet. Kaum teurer ist er mit 1,81 Dollar in Russland. Und in der Türkei ist er für 2,01 Dollar zu haben. 

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So, jetzt kennen wir also die Big-Mac-Preise in den teuersten und billigsten Ländern. Was veranlasst mich nun zu meiner Behauptung, der Index spiegele die tatsächlichen Preise nicht wieder? Als treue Sparwolff-Leser habt ihr es sicher längst erraten: Es sind die vielen Sonderangebote für den Big Mac. In Deutschland jedenfalls kauft meiner Beobachtung nach so gut wie niemand den Big Mac zum Normalpreis von über 4 Euro. Denn das ist er auch beim besten Willen nicht wert. McDonalds Kunden sind überwiegend jung und sparsam. Sie wissen, dass sie für den Preis  vier normale Hamburger bekommen und dann immer noch ein paar Cent übrig hätten. 

Der Big Mac wird entweder im Sparmenü gekauft oder – noch öfter, wenn es ihn tatsächlich wieder mal zum Schnäppchenpreis gibt. Das kommt in schöner Regelmäßigkeit vor. Denn alle paar Wochen verteilt der Burger-Konzern Gutscheine, die auch das Angebot „zwei Big Mac zum Preis von einem“ enthalten. Doch es geht noch billiger. Im Rahmen des großen Oster-Countdowns zum Beispiel gibt es den Big Mac aktuell an einigen Tagen „in allen teilnehmenden Restaurants“ schon für 1,50 Euro pro Stück. Im vergangenen Jahr war der Big Mac im Rahmen solcher oder ähnlicher Aktionen deutschlandweit sogar für 1 Euro zu haben. Wer da nicht zuschlägt, ist entweder kein Anhänger der Sparwolff-Philosophie oder Vegetarier.

Geht es also nach dem durchschnittlichen in Deutschland von den Kunden gezahlten Preis pro Big Mac, den ich mal ganz vorsichtig so auf um die 2,20 bis 2,40 Euro taxieren würde, dann müsste Deutschland zu den Billigländern im Big-Mac-Index zählen – vorausgesetzt der Big Mac wird in anderen Ländern nicht so oft zum Schleuderpreis verkauft wie hierzulande, wovon ich ausgehe.

Ihr seht also: Der Big Mac Index mag ein anschauliches Instrument sein, um das Preisniveau der verschiedenen Länder zu vergleichen. An der Realität geht er indes vorbei. Sorry, Pamela.

Eines noch: Ihr wundert euch vielleicht, warum im Bild kein echter Big Mac zu sehen ist, sondern ein x-beliebiger Burger mit Pommes. Nun: Den Big Mac habe ich als frei verfügbares Foto nicht finden können. Und so schön ist der Original Big Mac auch wieder nicht, dass ein Sparwolff dafür zahlen würde, um ihn abbilden zu dürfen. Ich nehme an, ihr habt für meine Entscheidung Verständnis. Also dann, guten Appetit!